Startseite

Opferdenkmal Oberursel, 2016. Foto: Uwe Seemann  

Annette Andernacht, 08.05.2020 13:32

 

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde, hoffe sehr, dass es euch und euren Lieben gesundheitlich gut geht. Der Vorstand bedauert sehr, dass unsere ursprünglich geplante Veranstaltung zum 8. Mai, „Zeitzeugen berichten, wie sie das Kriegsende in Oberursel erlebt haben“, nicht stattfinden kann. Nun kam uns die Idee, ob wir zum 8. Mai, dem 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, nicht doch eine kleine Aktion machen! 8. Mai ist ein Freitag. Wir treffen uns, um 17:00 Uhr beim Denkmal. Halten dort kurz inne, und jeder – jede legt Blumen am Denkmal Blumen nieder. Bitte bringt doch eure Blumen mit. In den Gärten und auf den Wiesen blüht schon so viel. Geschäfte freuen sich auch beim Erwerb von einem Sträußchen. Am Denkmal wird eine kleine Rede gehalten. Danach laufen wir durch die Hospitalstraße zum Rathausplatz. Bei der Ausfahrt der Tiefgarage Stadthalle hat vor vielen Jahren die AG „Nie wieder 1933“ einen Gedenkstein aufgestellt. Der Text von Richard von Weizsäcker auf dem Stein lautet: … „Nur wer die Vergangenheit verleugnet, ist in der schrecklichen Gefahr, sie zu wiederholen“ . Dort gibt es ebenfalls eine kurze Rede. Ich habe bei der Stadt nachgefragt, ob wir die Gedenkfeier durchführen können und welche Auflagen es gibt. Auflagen:
  • Jeder, jede trägt einen Mundschutz
  • Der Sicherheitsabstand untereinander muss bei der ganzen Veranstaltung jederzeit eingehalten werden und 1,5 m betragen.
  • Ja und was mich etwas traurig stimmt, es können nur 20 Personen daran teilnehmen.
Das heißt, wer von euch an dieser Veranstaltung teilnimmt gibt mir umgehend Bescheid. Die ersten 20 begleiten dann im Namen von allen anderen diese Veranstaltung. Die anderen können im Laufe des Tages schon ihre Blumen am Denkmal ablegen und an den vielen sinnlosen Toten des Nationalsozialismus gedenken. Je mehr Blumen am Denkmal umso machtvoller der stumme Protest gegen die Rechten Ausschreitungen und Hetze gegenüber anderen, die sie nicht akzeptieren wollen. Viele liebe Grüße Annette Vorsitzende des Vereins „Initiative Opferdenkmal“
Befreiung vom Nationalsozialismus vor 75 Jahren Am 8. Mai 1945, wurden die Nationalsozialisten besiegt. Die Welt konnte aufatmen, der 2. Weltkrieg mit über 55 Millionen Toten war beendet. Gleichzeitig wurde auch das gesamte Ausmaß der Nationalsozialistischen Diktatur sichtbar. Unmenschliche Grausamkeiten, millionenfaches, industrielles Töten und Vernichten von Menschen zeigten sich hinter den Stacheldrahtzäunen in den Vernichtungslagern. Der Jahrestag der Befreiung jährt sich dieses Jahr zum 75. Mal. In Berlin ist dieser Tag zum Feiertag ausgerufen worden. Der Verein „Initiative Opferdenkmal“ möchte auch hier in Oberursel an diesen historischen Tag erinnern und feiern. Wo könnte dies besser sichtbar werden als am Denkmal für die Oberurseler Opfer des Nationalsozialismus, an dem der zahlreichen Menschen aus Oberursel gedacht wird, die grausam ermordet wurden. Das Denkmal signalisiert nicht nur Erinnern, gerade heute, wo wieder ungestraft ausgegrenzt und gehetzt werden darf, ist es gleichzeitig ein Mahnmal für das „Nie wieder“. Am Freitag werden wir daher einen kurzen Gang bis zum Gedenkstein auf dem Rathausplatz machen, der im April 1988 auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft „Nie wieder 1933“ aufgestellt wurde und der mit den Worten Erich Weizsäckers eben daran erinnert. Die Initiative Opferdenkmal trifft sich am Freitagabend am Denkmal. Wegen den Corona-Bestimmungen kann dieser Gedenkveranstaltung leider nur eine begrenzte Anzahl von Menschen teilnehmen.

Veranstaltungen zum „Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“

Opferdenkmal Oberursel, 2016. Foto: Uwe Seemann Der 27. Januar ist seit 1996 der offizielle Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus.

Do. 23. Januar 2020 um 19.30 Uhr Lesung mit Angelika Rieber im Gymnasium Oberursel, Zeppelinstraße, Rotunde
Einladung mit Details (PDF)

Mo. 27. Januar 2020 um 18.00 Uhr Gedenken mit Kranzniederlegung am Opferdenkmal im Hof der Hospitalkirche, Strackgasse 12, 61440 Oberursel (Taunus).
Einladung mit Details (PDF)

Mo. 27. Januar 2020 um 19.00 Uhr Interreligiöses Friedensgebet in der Hospitalkirche, Strackgasse 12, 61440 Oberursel (Taunus).      


 
 

Oberursel war vor 1933 eine Kleinstadt mit knapp 11 000 Einwohnern. Während der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten wurden zahlreiche Oberurseler ermordet. Diesen Opfern einen Ort des Gedenkens zu schaffen, an ihre Schicksale und ihr Leid in vielfältiger Weise zu erinnern ist eines unserer Ziele. Gleichzeitig wollen wir daran erinnern, wie unmenschlich eine Gesellschaft werden kann, die Ausgrenzung und Stigmatisierung duldet.

Teile diesen Beitrag