Inhalt
- Erneuerte Grabsteine, Annette Andernacht
Stand: 13.01.2026 - Kurzbiografien, Angelika Rieber
Stand: 16.11.2025 - Einladung, Landrat Ulrich Krebs und Bürgermeisterin Antje Runge
Stand: 05.11.2025

Liebe Vereinsmitglieder,
liebe Freunde und Förderer des Denkmals,
sehr geehrte Damen und Herren,
auch diesmal wird die Initiative Opferdenkmal bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertage dabei sein. Zusammen mit dem Städtepartnerschaftsverein werden wir Blumen an den Gräbern der Zwangsarbeiter niederlegen.
Für die beiden niederländischen Zwangsarbeiter wurden am 11. November die beiden erneuerten Kreuze aufgestellt. Die Kosten hat die Initiative übernommen.
Vor der Kranzniederlegung wird Angelika Rieber in Form von Kurzbiografien etwas über das Leben der beiden Männer erzählen.
Unten finden Sie Einladung und Programm zur zentralen Gedenkstunde des Hochtaunuskreises am Volkstrauertag in Oberursel.
Mit freundlichen Grüßen
Annette Andernacht
Vorsitzende der Initiative Opferdenkmal e. V.

Erneuerte Grabsteine
für holländische Zwangsarbeiter
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwesende,
ich spreche Heute zur Gedenkfeier am Totensonntag für den Städtepartnerschaftsverein und für die Initiative Opferdenkmal e.V.
Wir gedenken heute der vielen Opfer der beiden fürchterlichen Weltkriege.
Wie wir gleich hören werden, waren einige Schüler der Feldbergschule mit ihren Lehrern und Vertretern der Stadt und des Städtepartnerschaftsvereins in Verdun. Wer einmal dort durch die ehemaligen Schützengräben gegangen ist, Verwüstungen und Einschläge der Granaten, die heute noch erschreckend sichtbar sind, gesehen hat, kann sehr gut nachempfinden, wie gnadenlos grausam Kriege sind. In Verdun 1000de und aber Tausende Tote, Väter, Söhne, Brüder, der Liebste, Ehemänner, …. Besucht man dann dort noch die riesigen Friedhöfe, wo die Toten begraben sind, ist man sprachlos und entsetzt, Kreuze soweit das Auge reicht, die Kreuze sind beidseitig beschriftet. Ein Kreuz zwei Tote. Man will sich nicht vorstellen, wie grausam Kriege sind, wenn sie ins gemütliche Wohnzimmer flimmern, aber vor Ort bekommt man einen Eindruck davon.
Kennzeichnend für die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts war aber nicht nur ihre räumliche Ausdehnung, daher Weltkriege, sondern auch die Einbeziehung der gesamten Gesellschaft in den Krieg. Die hohe Zahl an getöteten Zivilisten in den Weltkriegen spricht hier eine klare Sprache.
Wenn der Toten des 2. Weltkriegs gedacht wird, standen lange die Soldaten im Mittelpunkt der Betrachtung, manchmal noch die Bombenopfer. Die Gedanken gingen an die, die meist fern der Heimat gefallen sind. Auf der anderen Seite sind hier bei uns Menschen begraben, die aus ihrer Heimat gerissen wurden und hier bei uns den Tod gefunden haben. Gräber dieser Toten finden sich auch auf diesem Friedhof.
Neben den Zwangsarbeitern aus KZs und Arbeitserziehungslagern gab es während des 2. Weltkrieges eine riesige Zahl von ausländischen Zwangsarbeitern. Auf dem Gebiet des Großdeutschen Reiches waren es über 13,5 Mio. Die größten Gruppen unter den ausländischen Zwangsarbeitern waren die aus der Sowjetunion mit 4,7, Mio., aus Polen (1,9 Mio.), Frankreich (1,4 Mio.)
Die Zwangsarbeiter ersetzen nicht nur die zur Wehrmacht eingezogenen Soldaten an ihren Arbeitsplätzen, ihre Zahl geht weit darüber hinaus und diente vor allem der Ausweitung der Rüstungsproduktion.
Für die Zwangsarbeiter bedeutete dies schwerste Arbeit, oft unter unmenschlichen Bedingungen.
- In Fabriken wurden eingezäunte Lager geschaffen
- Wenig Essen, insbesondere für Zwangsarbeiter aus dem Osten
- Keine, oder kaum ärztliche Betreuung, oftmals keine Schutzkleidung
- Kleinste Vergehen konnten mit Erschießung bestraft werden
Bei Bombenangriffen waren die Zwangsarbeiter oft schutzlos und durften nicht in die Bunker.
In der Landwirtschaft waren mehr als 1/3 aller Arbeitskräfte Zwangsarbeiter. Aßen Bauern gemeinsam mit ihren Arbeitern am Tisch, wurden sie aufs schärfste verwarnt, bestraft oder man nahm ihnen die Arbeitskräfte weg.
Bei Liebschaften mit Deutschen führten zum Tod oder in strenge Schutzhaft. Liebesbeziehungen mit Deutschen waren strengstens untersagt und wurden mit Schutzhaft oder direkt mit dem Tod bestraft.
Bekam eine Zwangsarbeiterin ein Kind, wurde es ihr zumeist gleich weggenommen. War das Baby blond und blauäugig, wurde es zur Zwangsadoption freigegeben. Die anderen Kinder kamen in extra eingerichtet Heime, um sie dort zumeist an Hunger und ohne ärztliche Betreuung sterben zu lassen.
Auch hier auf diesem Friedhof sind Gräber von Zwangsarbeiter. 13 Gräber, 11 Männer- und zwei Frauengräber, weiterhin sind noch 6 Kleinkinder begraben, alle unter einem Jahr alt. Die die hier begraben sind kamen aus Polen, Holland, Russland, der Ukraine und Litauen.
Wir vom Verein Initiative Opferdenkmal, haben in dieser Woche zwei Grabsteine der Zwangsarbeiter mit Kreuzen erneuert. Die beiden holländischen Zwangsarbeiter, Adrianus Volkers und Leoardus Greve, deren Grabplatten kaputt und deren Namen schon dermaßen verwittert, waren bekamen somit wieder ihre Namen zurück.
Angelika Rieber wird im Rahmen der Kranzniederlegung in Kurzbiografien über beide Männer berichten.







