Euthanasieopfer aus Oberursel

Kürzlich konnten Mitglieder der Initiative Opferdenkmal Einblick in Unterlagen der Gedenkstätte Hadamar nehmen. Der Ermordung von Kranken während der Zeit des Nationalsozialismus, verharmlosend „Euthanasie“ (griechisch „schöner Tod“) genannt, fielen auch Menschen zum Opfer, die einen Bezug zu Oberursel hatten. Dies ergaben die Nachforschungen von Mitgliedern des Vereins „Initiative Opferdenkmal“ in der Gedenkstätte Hadamar. Etwa 15.000 psychisch kranke und geistig oder körperlich behinderte Menschen sind zwischen 1941 und 1945 in der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt“ Hadamar ermordet worden, anfangs in der Gaskammer, später in den Krankenbetten. Unter den Getöteten befanden sich nachweisbar 14 Personen mit Wohnsitz oder Geburtsort Oberursel. Die Namen der Getöteten wurden nun der Liste „Oberurseler Opfer des Nationalsozialismus“ hinzugefügt.

Zum Schutze von Persönlichkeitsrechten der Hinterbliebenen sind alle Nachnamen bis auf einen anonymisiert. Sie sind dem Euthanasieforscher bekannt. Kontakt:

Die standesamtlich registrierten Sterbedaten der 1941 in der Gaskammer von Hadamar Ermordeten wurden von einem nur zu diesem Zweck eingerichteten „Standesamt Hadamar Mönchberg“ gefälscht. In der Liste “Oberurseler Opfer des Nationalsozialismus” wurde darum nur der vermutliche Sterbemonat aufgenommen.

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