Hadamar, ein Ausflug in die Oberurseler Geschichte

In Hadamar wurden zwischen 1941 und 1945 15.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermordet. FOTO: GEDENKSTÄTTE HADAMAR

In Hadamar wurden zwischen 1941 und 1945 15.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermordet.
FOTO: GEDENKSTÄTTE HADAMAR

Einladung zur Studienfahrt nach Hadamar

Wer schon einmal intensiv die Liste der Oberurseler Opfer des Nationalsozialismus studiert hat, dem ist der Name „Hadamar“ ins Blickfeld gerückt. Hadamar war in der NS-Zeit einer der zentralen Orte, an denen Menschen mit Behinderung und psychischen Auffälligkeiten als „unwertes Leben“ umgebracht wurden. Hierhin wurden aus dem Raum Hessen die Heimbewohner anderer Einrichtungen gebracht, die zur Vernichtung ausgesucht waren. So wurde auch für zahlreiche Oberurseler Hadamar zum Todesort. Bereits 1941 wurde mit dem systematischen Mord an den Kranken begonnen und zur Beseitigung der Toten ein Verbrennungsofen in der Anstalt aufgebaut.

Wie im Einzelnen waren die Wege der Oberurseler Opfer nach Hadamar, wie war das Wissen über die Tötungen, wie wurden die Angehörigen informiert bzw. belogen? Wie ist das Leben und Sterben dokumentiert? Ein geführter Besuch durch die Gedenkstätte Hadamar soll uns einen Eindruck vom Leidensweg der Betroffenen geben. Zugleich wollen wir uns der Frage stellen, wie wir heute das Gedenken an die Opfer angemessen gestalten.

Studienfahrt nach Hadamar am 27. 9.2014: Alle, die sich für das Thema interessieren, sind eingeladen, mit uns nach Hadamar zu fahren. Wir werden dort an einer 3-stündigen Führung teilnehmen. Wir bilden Fahrgemeinschaften, Abfahrt ist um 10:30 Uhr am Bahnhof Oberursel und Rückkehr gegen 17:00 Uhr. Der Unkostenbeitrag beträgt 6,— €.

Für die Fahrt melden Sie sich bitte verbindlich bis spätestens 20.9. an, unter oder per Telefon 0152 – 54 08 90 16.

 

Besuch in der Gedenkstätte Hadamar

Als wir am späten Vormittag in Oberursel abfuhren, war uns noch nicht klar, wie interessant und bewegend unser Besuch in Hadamar sein würde. Zunächst haben wir die Räume der Gedenkstätte besucht, die wieder errichtete Garage der grauen Busse, den Selektionsraum, die Gaskammer und schließlich den Raum der Verbrennungsöfen. Danach sind wir die Treppen hinauf zum ehemaligen Anstaltsfriedhof. Hier gibt es keine einzelnen Grabstätten, nur die Kindergräber in einer Ecke des Platzes sind noch erhalten. Auf dem ehemaligen Gräberfeld steht heute eine Gedenksäule. Im Gedenken an die Opfer haben wir dort eine Schweigeminute eingelegt.

Anschließend stand uns die Mitarbeiterin der Gedenkstätte zur Diskussion zur Verfügung und hat sich viel Zeit genommen, um unsere Fragen zu beantworten. Da die Mitarbeiterin sich selbst intensiv mit der Aufarbeitung der Euthanasieverbrechen beschäftigt hat, war die Diskussion sehr intensiv und letztlich hat unser Besuch länger gedauert als geplant.

Besonders bewegend für alle Beteiligten war, dass zwei Teilnehmer dabei waren, deren Mutter in Hadamar umgebracht wurde.

 

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