Pressemitteilung: 3. Figur wird aufgestellt

Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit
3. Figur wird aufgestellt

Am 8. Mai 1945, vor 66 Jahre, endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Die Einen sahen das Kriegsende als Niederlage an, die Anderen feierten den 8. Mai als Tag der Befreiung. So auch Hajo Riessers, dessen „erste Amtshandlung“ es war, „dass ich mich habe aufbieten lassen“. Da er sogenannter „Mischling“ war, galt seine Beziehung zu einer „Arierin“ als Rassenschande. Nun konnte er endlich heiraten.

Hajo Riesser hat den Zweiten Weltkrieg überlebt, zahlreiche Oberurseler wurden jedoch Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Sie wurden deportiert, in den Tod getrieben oder ermordet wie Eugen Rothschild, der 1938 in Buchenwald starb, oder Zerline Rohrbach, die vor der drohenden Verhaftung 1943 ihrem Leben ein Ende setzte.

An diese Menschen erinnert das Denkmal am Hospitalplatz. Mit einem Wettbewerb hatte die Arbeitsgemeinschaft „Nie wieder 1933“ dazu aufgefordert, ein würdiges Mahnmal zu entwerfen. Ausgewählt wurde der Vorschlag einer Oberurseler Schülerin, von Juliane Nicolay, umgesetzt wird er von der in Oberursel lebenden Steinbildhauerin Christine Jasmin Niederndörfer. Da das Denkmal allein aus Spendengeldern finanziert wird, hat sich der inzwischen gegründete Verein „Initiative Opferdenkmal“ entschieden, das Denkmal Schritt für Schritt umsetzen. Der Mittelblock und zwei Figuren konnten schon errichtet werden. Rechtzeitig von dem Hessentag, an dem die Initiative mit einem Stand vertreten sein wird, ist es nun so weit, dass eine dritte Figur mit aufgestellt werden kann. Die Initiative Opferdenkmal lädt aus diesem Anlass alle interessierten Bürger zu einer Gedenkfeier am 4. Mai 2011 um 18 Uhr am Hospitalplatz ein. Bewusst wurde die zeitliche Nähe zum 8. Mai gesucht. „Wir haben einen würdigen Tag für die Einweihung gefunden“, so die Vorsitzende des Vereins, Annette Andernacht.

In ihrer Ansprache wird die Historikerin Angelika Rieber die Schicksale von Opfern vorstellen. Musikalisch umrahmt wird die Feierstunde am 4. Mai von Walter Breinl und Sara Thiel.

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